17.01.2017 Von: Schwarzwälder Bote

Jazz auf Augenhöhe

Kultur | Neujahrskonzert der Bürgerstiftung


Gefühlvoller Jazz wurde im Abt-Gaisser-Haus für die Bürgerstiftung geboten. Thomas Förster (Piano) und Christof Mössmer (Trombone) überzeugten auf der ganzen Linie. Foto: Kouba

Mit Jazz, Piano und Trombone ging es im Abt-Gaisser-Haus ins Jubliläumsjahr 2017. Kurzfristig musste umdisponiert werden, da Mitglieder des Posaunenensembles der Musikakademie erkrankten. Auch die ­Heizung war ausgefallen, so dass Sabine Streck von der Bürgerstiftung VS bei ihrem Willkommen unterstrich: "Das Leben ist nichts ohne Improvisation." Und für die sorgten gekonnt Christof Mössmer (Posaune) und Thomas Förster (Keyboard).

Bei kühlem Kopf und kalten Händen boten die beiden Musiker Jazz, mit dem sie die Gemüter erwärmten. Bei der musikalischen Begegnung auf Augenhöhe fügte die Musikakademie wieder einen wichtigen Baustein ein, damit Kinder und Jugendliche in Sport- oder Musikvereinen unterstützt werden können.

Bestens war die Verständigung der befreundeten Interpreten, die traditionellen, gefühlvollen Jazz mit Blues und Swing boten, ergänzt mit Latin und Pop. Intonationssicher, kunstvoll, zumeist gesanglich und teils mit angenehmen Tremolo gestaltete der Posaunist seinen Part. Mit verschiedenen Dämpfern wurden erstaunliche Klangwirkungen erzielt. Viel rhythmische Impulse, Riffs, Gitarren-, Drummer- und Streichereffekte sandte das Piano aus. Viel Beifall gab es für die Beiträge, und beim swingenden Standard "All of you" wurden Bravo-Rufe laut.

Geschmackvoll war der Einstieg mit "All Blues" von Miles Davis, eröffnet durch das Piano. Gestopft ertönte die Posaune wie aus einer fernen, geheimnisvollen Welt, mischten sich beide Klangphänomene zu einem sensitiven Vortrag in Melodieführung und harmonisch-rhythmischen Gefüge. Erinnerungen an Frank Sinatra gab es mit Howard "Fly me to the Moon". Mit "Handy" stellte sich Thomas Förster als Komponist vor und bot solistisch verträumte mit starken Bassfiguren und viel Action der rechten Hand rhythmische und kantable Elemente. Aus der Feder des Pianisten kam auch "Far away", wobei die Posaune intensiv klangvoll zur Geltung kam und Temposteigerungen die Gedanken in weite Ferne schweifen ließen.

Hitze kam daneben bei einem Bossa, wobei die Posaune hohe Lagen bewältigte und mit elegantem Glissando überzeugte. Tiefgehenden Blues vermittelte Oliver Nelsons "Stolen moments", und bestens kam Stevie Wonders poppiges "You are the sunshine of my life" an. Und dann war noch der Klassiker "What a wonderful world" – eine gekonnte Verneigung vor Altmeister Louis Armstrong.


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