20.04.2020

Rudolf Reim will die Bürgerstiftung neu beflügeln


Seit Mitte Februar hat der Förderverein der Bürgerstiftung Villingen-Schwenningen mit Rudolf Reim (58) einen neuen Vorsitzenden. Reim, der die Nachfolge der langjährigen Vorsitzenden Sabine Streck angetreten hat, hat sich vor allem eines zum Zeil gesetzt: Er will die gemeinnützige Einrichtung, in der Öffentlichkeit bekannter machen, neue Mitstreiter, Spender und Stifter finden, um nachhaltig etwas zum Wohl der Stadt zu bewirken.

Die Bürgerstiftung Villingen- Schwenningen wurde im Jahre 2003 auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Rupert Kubon aus der Taufe gehoben. Schon in seinem ersten OB-Wahlkampf hatte er die Bürgerstiftung als eines seiner zentralen Ziele formuliert. Denn in vielen Städte spielen Bürgerstiftung eine große Rolle bei der Förderung sozialer, kultureller oder anderer gemeinnütziger Ziele. In Villingen- Schwenningen indes hat sich die Stiftung ersteinmal schwer getan, ein ordentliches Stiftungskapital aufzubauen, was die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wirken ist.

Durch beharrliche Arbeit des Fördervereins um die ehemalige Vorsitzende Sabine Streck verfügt die Stiftung aber mittlerweile über ein Kapitalvermögen von rund 300 000 Euro sowie regelmäßige Einnahmen durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Jedes Jahr konnten mehrere tausend Euro für gute Zwecke gespendet werden. So bezuschusst die Stiftung beispielsweise regelmäßig Schulmittagessen und Vereinsmitgliedschaften bedürftiger Kinder, ebenso Vereinsmitgliedschaften für Flüchtlinge, um deren Integration zu fördern. Die Zielsetzung der Stiftung ist aber noch viel breiter gefächert: Sie will daran mitwirken, das Wohl der Stadt auf den Feldern Kunst und Kultur, Völkerverständigung, Jugend- und Altenhilfe, für die Integration und Hilfe benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie durch mildtätige Zwecke zu fördern und die Gemeinsamkeit der Stadt zu stärken. Der neue Vorsitzende Rudolf Reim ist nun dabei, sich einen Überblick über die laufenden Projekte und Maßnahmen zu verschaffen und mit seinen Mitstreitern im Förderverein, aber auch im Stiftungsrat mit dem Vorsitzenden Oberbürgermeister Jürgen Roth die Möglichkeiten neuer Impulse für die Zukunft zu erörtern. Prüfen will er dabei auch, ob die Stiftung in den aktuellen Krisenzeiten der Corona-Epidemie sinnvolle Hilfeleistungen organisieren kann.

Als wesentlich erscheint ihm aber, die gute Idee, die hinter dieser Stiftung steckt, verstäkrt in die Öffentlichkeit und in die Köpfe der Bürger zu tragen, um die Arbeit auf eine breitere Basis zu stellen. Denn der Gedanke dieser Stiftung sei sehr gut. Die Bürgerstiftung Villingen-Schwenningen sei für alle Bürger eine gute Möglichkeit sich einzubringen. Ob als Mitglied im Förderverein, mit einer Spende oder mit einer sogenannten Zustiftung. „In allen Fällen geht es darum, Villingen- Schwenningen mit allen Ortsteilen zu stärken. Gerade wenn man sich nicht einer Religionsgemeinschaft zugehörig fühlt, oder eine politische Gruppierung unterstützen will, ist dies eine gute Möglichkeit sich für seine Stadt einzubringen“, betont er. Bei vielen Spendengeldern komme oft nur ein Teil am Ende bei den Bedürftigen an. Die Bürgerstiftung Villingen-Schwenningen jedoch werde von ehrenamtlichem, bürgerschaftlichen Engagement getragen. „Die Spender können hier ganz sicher sein, dass ihre Spende die Bedürftigen hier in VS erreicht“, versichert er. Gerade in Zeiten wie diesen, sei der Zusammenhalt wichtig. Eine Stiftung, die getragen ist von der Bürgerschaft, dem bürgerschaftlichen Engagement stelle hier die Plattform und den rechtlichen Rahmen, sich einzubringen. „Das gibt einzelnen Menschen auch die Möglichkeit, danke zu sagen für das Glück, was sie selber erfahren durften.“

In diesem Sinne macht sich der Vorsitzende und sein Team jetzt auf den Weg, um frischen Wind in die Aktivitäten des Vereins zu bringen und neue Mitstreiter zu suchen. Die Basis mit knapp 100 Mitgliedern, so betont Reim, sei noch viel zu gering für eine Stadt mit rund 85 000 Einwohnern. Vor allem in Schwenningen würden noch mehr Mitglieder benötigt. Reim sucht aber auch neue Kooperationspartner für gemeinsame Projekte und hofft auch auf weitere Zustifungen, um die Aktivitäten auszudehnen.

Ein Durchbruch für die Stiftung war im Jahr 2014, als eine verstorbene Bürgerin ihren Nachlass von 125 000 Euro der Bürgerstiftung vermacht hat, die dadurch in der Lage ist, ihre Fördermöglichkeiten für gemeinnützige und mildtätige Zwecke zu Gunsten der Bürger weiter auszubauen. In vielen anderen Städten sind solche größeren Nachlässe an Bürgerstiftungen gang und gebe, wenn keine Erben vorhanden sind.


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